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Oberesch - Übersicht
Nur wenige Hundert Schritte von der deutsch-französischen Landesgrenze entfernt liegt der Ort Oberesch mit seinen 323 Einwohnern.
Von den früheren relativ vielen Bauernbetrieben sind nur noch zwei als Haupterwerbsstätten übrig geblieben. Die Zahl der Arbeiterbauern ist ebenfalls stark zusammengeschrumpft. Oberesch ist längst eine Wohnsiedlungsgemeinde geworden. Die Erschließung ansprechender Flächen in der Nähe des Waldgebietes mit dem Blick auf die lothringische Hügellandschaft hat auch auswärtige Interessenten angelockt.
Da die Integration verhältnismäßig gut gelungen ist, kann man von einer intakten Dorfgemeinschaft sprechen. Man trifft sich in der Feuerwehr, beim Sport, im kirchlichen Bereich, im einzigartigen Fanfarenzug und unter anderem auch zu Treffen, bei denen nicht nur die Mundart gesprochen, sondern auch in szenischer Form im Laienspiel umgesetzt wird. Der ursprünglich sehr stark landwirtschaftlich geprägte Ort hatte unter den "Neuordnungsmaßnahmen" (dem sogenannten "Wiederaufbau") in den ersten Jahren des Zweiten Weltkrieges stark zu leiden. Ganze Straßenteile wurden beseitigt. Von der versprochenen neuen Ordnung einer zukunftsgerichteten Bebauung blieb nicht viel übrig. Neu waren die nach 1935 errichteten Zollbauten, die als Relikte einer vergangenen Zeit übrig blieben. Bei der Durchführung von Landzusammenlegungen gab es viele interne Auseinandersetzungen unter den Grundstückseigentümern. Es bedurfte langer Zeit, bis die Wunden verheilt waren.
Als ehemalige amtsangehörige Gemeinde des Amtsbezirkes Siersburg ist Oberesch heute ein sehr lebendiger Ortsteil der Gemeinde Rehlingen-Siersburg.
Oberesch - Geschichte
Oberesch gehörte im Mittelalter zur Herrschaft Burg-Esch, die eine lothringische Lehensherrschaft war. Die Herrschaft Burg-Esch umfasste eine Reihe von Ortschaften nördlich der Nied und bildete einen Gerichtsbezirk innerhalb des lothringischen Amtes Sierck. Neben dem Schloss Burg-Esch, das eine Art Wasserburg war, lag der Ort Esch, nördlich davon Hof und Mühle Mittel-Esch. Beide Siedlungen existieren schon längst nicht mehr. Sie waren mit dem heutigen Oberesch eine halbselbständige Kirchengemeinde innerhalb der Pfarrei Schwerdorf.
Die Herren von Esch waren die ersten Besitzer der im späten 13. Jahrhundert fassbaren Herrschaft Burg-Esch, die neben den drei Siedlungen mit Namen Esch, nämlich Burg-Esch mit Dorf-Esch, Mittel-Esch sowie Ober-Esch, noch das Dorf Schwerdorf und die bei Flasdorf gelegene Heltenmühle sowie umfangreichen Streubesitz umfasste. Als erster Besitzer erscheint urkundlich im Jahre 1280 Hesso von Esch. Dieses Geschlecht besaß Burg-Esch bis zum Jahre 1515. Danach war die Herrschaft im Besitz der Herren von Kerpen und von Cronenburg (bis 1620), die Herren von Haen (bis 1725) und danach die Herren de Villers, bis sie in der Französischen Revolution aufgehoben wurde. Das Dorf Oberesch, urkundlich erstmalig im Jahre 1333 genannt und heute neben dem Schloss selbst als einziges von den früheren drei Dörfern Esch noch vorhanden, gehörte der Herrschaft Burg-Esch bis zu ihrer Auflösung an.
1815 kamen Oberesch und Burg-Esch zu Preußen. Bei einer Grenzkorrektur im Jahre 1827 kehrte Burg-Esch zu Frankreich zurück, während Oberesch bei Preußen blieb.
Interessant: Oberesch gab in früheren Zeiten einer Bürgermeisterei zwar den Namen, nicht aber den Sitz.
Oberesch - Sehenswert
Sehenswert ist die alte Kapelle, die dem hl. Antonius geweiht war. Die frühere Oberescher Kapelle dient nach dem Neubau der St. Antoniuskirche nicht mehr seelsorgerischen Zwecken. Sie blieb aber mit ihrem markanten Turm dorfbildprägend erhalten. Einige wenige Lothringerhäuser (Photo 1, Photo 2) sind noch im Ortsbild zu finden. Von Oberesch sind es nur ein paar Schritte auf einem sehr schönen Weg zum ehemaligen Schloss Bourg-Esch (Photo 1, Photo 2). Das Schloss hat seit einigen Jahren einen neuen Besitzer, der es wieder in einen ordentlichen Zustand versetzen will. Leider ist eine Besichtigung nicht möglich. Auch sehenswert das sogenannte Liehkreuz. Früher am Ortsausgang nach Biringen, steht es heute neben der neuen Kirche. Das steinerne Kreuz sollte vor der Cholera schützen. Es wurde im 18.Jahrhundert errichtet.
Ein Ausflug in die Landschaft rund um Oberesch sollte man sich nicht entgehen lassen. Wanderungen auf dem Nordgau vermitteln auch im Bereich von Oberesch mit dessen unmittelbarer Nähe zur Grenze zu Lothringen und der Weite der Landschaft ein wohltuendes Gefühl der Befreiung. Es sind nur ein paar Radlängen bis zum Saarland-Radweg. Über ihn erreicht man unter Umgehung der L 172 Biringen, um dann nach wenigen Kilometern zum Bildhauersymposium "Steine an der Grenze" zu kommen. Die entgegengesetzte Strecke führt über den "Diersdorfer Hof" und Fürweiler nach Hemmersdorf ins Niedtal. Eingebettet in die Talsohle zwischen Oberesch und Biringen liegt ein Fischweiher, der in der Obhut des "Angelsportsvereins Oberesch" ist. Der Weiher wird von einem aus Biringen kommenden Bach gespeist.
Oberesch - Ortswappen
Geviert; oben rechts in Rot ein gestümmelter silberner Adler; oben links in Silber ein grüner Eschenzweig mit drei aus gemeinsamem Stiel wachsenden Blättern nebeneinander; unten rechts in Silber drei grüne Ähren nebeneinander; unten links in Rot zwei silberne Balken, belegt oben mit drei und unten mit zwei schwarzen Kugeln.
Das Wappen des Ortes Oberesch nimmt mit den verwendeten Figuren Bezug auf seine geschichtliche Vergangenheit, seinen Namen und seine landschaftliche Lage. Der gestümmelte silberne Adler im oberen rechten Felde steht für die jahrhundertlange territoriale Zugehörigkeit zum Herzogtum Lothringen. Zwar wurde Oberesch urkundlich erstmalig erst im frühen 14. Jahrhundert genannt, doch gehörte das Gebiet um Oberesch mit Sicherheit zum Altbesitz des nach der Teilung des Reiches durch Karl den Großen geschaffenen Territoriums Lothringen, das von Kaiser Heinrich III. im Jahre 1048 zum Herzogtum erhoben wurde und bis zum Jahre 1766 bestand. Der gestümmelte, d. h. ohne Schnabel und Fänge dargestellte Adler (frz. alérion-Adlerchen) ist dem Stammwappen der Lothringer Herzöge entnommen, die drei solcher Alérions hintereinander auf rotem Schrägbalken in einem goldenen Schilde führten. Dem Lothringer Adler schräg gegenüber steht im unteren linken Feld das Wappen der Herren von Esch: Im roten Felde zwei silberne Balken, der obere mit drei und der untere mit zwei schwarzen Kugeln belegt. Für die stete Zugehörigkeit des Orts zur Herrschaft Esch (über 450 Jahre) steht das Wappen der gleichnamigen ersten Herrschaftsbesitzer. Der Eschenzweig oben links und die Ähren unten rechts symbolisiert zum einen den Ortsnamen, wobei für die Wahl des Wappenbildes Eschenzweig die heute (und auch frühere) Klangform des zweiten Namensbestandteiles "Esch" den Anhaltspunkt gab. Diese rein vom Sprachgefühl her vorgenommene Ableitung des Namens macht das Wappen insoweit "redend". Die Ähren dagegen stehen für eine mögliche "richtige" spachliche Ableitung des Namen: "Esch" kann gleichgesetzt werden mit "großes Getreidefeld". Die zweite mögliche Herleitung des Namens "Esch" von mhd. "asche" od. "äsche" = Asche wurde dabei für die Wappengestaltung vernachlässigt. Beide Figuren in ihrer grünen Farbgebung stehen zum anderen für die Lage von Oberesch in einen reizvollen ländlichen und immer noch von der Landwirtschaft geprägten Gegend. Sie unterstreichen aber auch das durch Wald, Wiesen und Felder abwechslungsreich gestaltete Erscheinungsbild der Oberesch Gemarkung.
Oberesch - Vogelperspektive
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